Samstag, 8. Februar 2014

Freundschaft

Bei Susi und Luci bin ich über die short stories gestolpert. Im Februar geht es um das Thema Freundschaft.

Freundschaft.

Was bedeutet das für mich? Wer ist mein Freund? Ist Freundschaft einfach da? Wie viel muss ich investieren? Erwarte ich etwas zurück?

Ich bin ein fröhlicher Mensch. Heute. Das war nicht immer so. Als Kind und Jugendliche war ich mehr der Einzelgänger, war zurückgezogen und ruhig. Andere nahmen mich als arrogant wahr. (Gut, das ist heute auch noch der Fall. *gg*) Und ich war nie das Mädchen, um die sich andere scharrten. Früher habe ich mir das sehr gewünscht, es war aber nicht so.

Dann kam irgendwann ein ganz tiefer Fall, da war ich so 21. Ich bin nicht unbedingt stolz auf diese Zeit, aber um so dankbarer, dass es sie gab. Denn sie hat mich auf den Weg geschickt der Mensch zu werden, der ich heute bin.

Warum ich das schreibe? Weil ich diesen Weg ohne Freunde gegangen bin. Ich war allein - und das war gut so. Denn heute weiß ich: Solange wir nicht bei uns selber ankommen, können wir auch keine Freundschaften führen. Zumindest keine wirklichen. Wenn wir nicht ehrlich zu uns selber sind, wie sollen wir uns da Freunden öffnen? Eben - geht nicht. Und Freundschaften basieren auf Gegenseitigkeit, Freundschaft geht nie nur von einer Seite aus.

Heute bin ich bei mir  angekommen. Das bedeutet nicht, dass ich stillstehe. Nein, ich verändere mich, probiere aus, egal ob es hier um Klamotten, Erziehungsstile, Speisen und Getränke oder Freundschaften geht. Ich lasse neue Menschen in mein Leben. Ganz unbedarft und ohne jede Erwartung. Aber neugierig! Unterschiedlichste Menschen, Menschen, die ich noch vor 15 Jahren wahrscheinlich nicht mal angesehen hätte. Die einen berühren es oberflächlich, andere schleichen sich tief in mein Herz. Auch "alte Freunde", also Menschen aus der Vergangenheit tauchen wieder auf, nehmen plötzlich einen neuen Platz in meinem Leben ein.

Die letzten Jahre waren nicht wirklich einfach. Es galt viel zu klären, in die Zukunft zu bewegen, Entscheidungen zu treffen. Alles zusammen mit meinem Mann. Der im Übrigen mein bester Freund ist. Der erste, dem ich alles erzähle, der erste, mit dem ich zusammen lachen oder weinen will. Und es gibt weitere Freunde, die mein Leben teilen, die im 24-Stunden-Modus über mich wachen, mir zuhören, mir Ratschläge geben, mir in den Hintern treten, mir Alternativen und Blickwinkel aufzeigen, die ich ohne sie nicht erkannt hätte. Diese Freunde habe ich auf auf unterschiedlichsten Wegen kennengelernt: an der Theke, über gemeinsame Bekannte, beruflich, über Internetforen und auch über das Bloggen. Freundschaften - egal in welcher Tiefe - bereichern das Leben ungemein. Sie lehren einen auch viel über uns selbst. Sie helfen , zu reflektieren. Mich, mein Handeln, meine Sicht der Dinge. 

Ich erwarte nichts von meinen Freunden. Denn sie sind meine Freunde, weil sie eben genau die Menschen sind, die sie sind. Manchmal passt es einfach und die Freundschaft ist da. Die ein oder andere entfernt sich wieder von den eigenen Wegen und auch das finde ich okay. Ich kann nicht meinen ganzen Lebensweg mit den gleichen Menschen gehen. Es ist gut, wenn welche kommen und gehen, das bringt viel Positives und ich finde es schade, wenn Freundschaften im Gram gehen. Das wird der Zeit, die man zusammen hatte, einfach nicht gerecht. Ich finde, Freundschaft hat auch sehr viel mit Dankbarkeit zu tun. Ich bin dankbar für Freundschaften in meinem Leben, dankbar für alles Positive, was sie mitbringen und auch für das Negative, aus dem ich lernen kann.


Aktuell kann ich für mich sagen: Ich habe Freunde. Herzensfreunde, für die ich alles tun würde. 

Und das fühlt sich verdammt gut an. 



Mit diesem guten Gefühl gucke ich nun bei Andrea & Bine, was andere zum Thema Freundschaft sagen.

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben.
    Komisch wie sich die Bilder immer wieder gleichen.
    LG Silvi

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  2. Sehr wahr sehr wahr....
    kann ich so unterschreiben!
    Liebe Grüße Tina

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  3. Hachz. Danke. Gleichfalls ❤️

    Alles Liebe
    Luci

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  4. ... und dann sind da noch die Freunde, bei denen man irgendwie spürt, dass es "für immer" sein kann.
    Hachmach.
    Kann ich meinen Taschentücherkonsum irgendwie einklagen bei dir?

    Danke, dass es dich gibt ♥

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  5. Uff.
    Das ist keine seichte Literatur, liebe Sarah.
    Schön, dass Du Deinen Weg und Deine Freunde, auch den Besten, gefunden hast ...
    Drück´Dich
    Ganz liebe Grüße
    Jeanette

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  6. Manchmal hat man auch einfach nur das Gefühl, das sich Menschen bzw. Freundschaften ändern und wenn man mal tiefer schaut, tuen sie es sich nicht...
    *knutscha
    scharly

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  7. Ach Du.
    Danke für diesen sehr berührenden Text, den lese ich bestimmt noch häufiger, weil er nahe geht und auch gut tut. Und ans Denken bringt.

    Ging es Dir auch so? Nachdem ich meine Short Story gepostet hatte, hat mir das Thema "Freundschaft" den ganzen Tag unheimlich intensiv nachgehangen, da kam so viel hoch an Erinnerungen und Gefühlen.

    Beste Grüße sendet Dir Nina

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  8. Liebe Sarah,

    ich finde die short story Aktion so toll und hatte letzten Monat auch schon mitgemacht - wie spannend, Deinen Text zum aktuellen Thema zu lesen. Du hast das so wunderbar beschrieben, ich habe tatsächlich Gänsehaut bekommen. In der Art Deiner Worte, in dem, wie sie was beschreiben spiegelt sich für mich ihr Inhalt wieder: man merkt, wie Du "bei Dir" bist. Man merkt, dass Du ein Mensch mit großem Tiefgang bist, das beeindruckt mich sehr.

    Vielen Dank, dass Du so offen geschrieben hast!
    ganz liebe Grüße,
    Carolin

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  9. Seeeehr schön geschrieben!!!
    Wir kennen uns nicht...aber ich bin gerne auf deiner Seite und schaue mich um!!!
    Ganz liebe Grüß und ein schönes Wochenende
    Sandra

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  10. Sehr berührend, dein Text - den muss man erstmal sacken lassen...
    Liebe Grüße
    Christiane

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  11. Hachz!
    Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass wir alle uns gefunden haben. Es könnte keine schönere Bereicherung meines Lebens geben!
    Danke, dass es dich gibt!!!

    Ist schon Mai??

    *knuddel*
    Susi

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  12. Liebe Sarah, dass hast du schön geschrieben.
    "Freundschaften bereichern das Leben" und du liebe Sarah, du bereicherst die Bloggerwelt.
    Hab Dank dafür und sei von Herzen lieb gegrüßt
    Gesine

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  13. Das hast du so schön geschrieben und Du hast recht ! Ich freu mich so sehr das ich ein kleiner Teil davon bin. Ich drück Dich !
    Liebe Grüsse
    Kerstin

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  14. Ich würde Dich jetzt gern mal knutschen. Das hast Du so schön geschrieben, es macht Dich nich sympathischer. Schade, dass man nicht mal schnell vorbeischauen kann
    Ich wünsch Dir immer wunderbare Freunde um Dich herum
    GglG Heike

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  15. Wirklich treffend ausgedrückt, danke! Eine Freundschaft ist gerade wieder auseinander gegangen, und es passt einfach gut zu deinem Text.

    Liebe Grüße,
    Frau Mena.

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  16. Ich bin immer ganz verblüfft, dass Du so mit Worten umgehen kannst, dass ich mich selbst ein klein wenig drin wiederfinde! Und wie immer auf den Punkt!
    <3 Jenny

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  17. Danke für deinen Text, Freunde kommen und gehen lassen, ohne Gram, schön!
    Liebe Grüße, Brigitte

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  18. Sarah, danke!
    Ich bin gerade sprachlich etwas... sagen wir mal... gehemmt.
    Ich drück dich ganz tüchtig und bin unedlich froh, dass ich dich kennenlernen durfte!

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Muddi kann nicht diskret - ihr braucht Euch also auch nicht bemühen. ;o) Ich freu mich über Eure Worte!